Während Fabian Mohr nach seinem Vergleich der Anfangstage des Fernsehens
mit jenen der Online-Redaktionen nur Bedauern bleibt ( "onlinejournalistische Versteppung" ), behauptet Christoph Neuberger ungerührt:"Als die Bilder auch im TV laufen lernten, wechselten renommierte Hörfunk- und Printjournalisten in das neue Medium. Neben Unterhaltung stand Fernsehen in Deutschland von Beginn an auch für [neue] journalistische Formate."
Seine Aussage untermauert er mit dem Link auf die Rezension einer wissenschaftlichen Arbeit der Technischen Uni Ilmenau. In der Rezension heisst es (copy-paste...): "Sie bestätigt, dass typische journalistische Arbeiten gehören auch in Online-Redaktionen zum Grundrepertoire des Handelns gehören.""Die Online-Journalisten unterscheiden sich in ihrem Rollenselbstverständnis, nach ihren Tätigkeiten und Qualifikationen kaum von den Kollegen in anderen Medienbereichen."
Mit in der Sammlung auch ein Artikel von Klaus Meier, Herausgeber des gedruckten Klassikers "Internet-Journalismus" von 1998 (1. Auflage) über Medienforschung.
Interessant das Interview mit Martin Vogel, Projektleiter der britischen BBC beim Kampagnen-Baukasten iCan ( "Mach doch eine Kampagne draus! Wir zeigen dir wie�s geht." )
Bei Spiegel selbst begeht man das Jubiläum einfallslos (oder sollte dies ein Zufall sein?) mit der Einführung einer ePaper-Augabe. Dabei haben schon die Untersuchungen der Uni Trier über das erste deutsche ePaper, die Rhein-Zeitung gezeigt, wie unvorteilhaft das Format abschneidet:
"Die reduzierte Lesbarkeit des ePaper-Interfaces schränkt den Übertrag von Lesegewohnheiten aus der gedruckten Zeitung auf ePaper erheblich ein. Bei der Gestaltung fällt ePaper sowohl hinter die hypermedialen und hypertextuellen Gestaltungsmöglichkeiten digitaler Medien als auch der Tageszeitung zurück. Trotz der Aufmachung der gedruckten Zeitung kann ePaper die Aufmerksamkeit der Nutzer und deren Rezeptionsmuster nicht in der Weise steuern, wie es für die Tageszeitung charakteristisch ist."
Allerdings:
"Aus Sicht der Zeitungsverlage besteht die Attraktivität der ePaper-Lösung darin, dass ein journalistisches Onlineprodukt ohne Onlinejournalisten produziert werden kann, allein auf der Basis einer technischen Transformation. Gerade in der derzeit schwierigen Finanzlage der Verlage ist dieser Kostenaspekt eines der zentralen Argumente für ePaper." (aus media perspektiven 9/2003; pdf, 830kB)