Publiziert am 01 Sep '05 - um 01:28 unter den Stichworten:
Raum, Technologie
Nach Yellow Arrow in New York gibt es nun auch in Aachen einen Versuch, den städtischen Raum und den Cyberspace miteinander zu
verknüpfen:
dencity.net. Trotz enormem Potenzial fehlt noch einiges, bis daraus ein Boom wird.
dencity.net steht für "den", was nach Angabe der Initianten auf
Japanisch soviel wie "elektronisch" heisst, um Dichte, um Stadt und ums
Netz.
Konkret funktioniert das so: auf einer interaktiven Karte (derzeit nur
von Aachen) sucht man sich einen Ort heraus. Man gibt dem Ort einen
Namen, ordnet ihn einer Kategorie zu und gib eine Beschreibung ab -
immer noch alles im Internet.
Dann spuckt die Anwendung einen
QR-Code
aus (das sieht ungefähr aus wie ein Stück Op-Art und funktioniert wie
ein Strichcode). In einem einzigen QR-Code können über 4000 Zeichen
versteckt sein. Bei dencity.net sind in dem Code sämtliche Angaben
verschlüsselt, die man zuvor eingegeben hat.
Den QR-Code druckt man nun aus, begibt sich nach draussen und klebt den
Tag an besagten Ort. Passanten fotografieren das Ding mit ihrem Handy
und zeigen die Botschaft mitsamt der Karte auf ihrem Display an.
Natürlich können die Leser der Botschaft auch Kommentare anbringen. Wie
genau das funktioniert ist mir allerdings nicht klar - das Handy gibt
es erst als Demoapplikation im Internet. Handys mit der Fähigkeit
QR-Codes zu lesen sind in Japan bereits Realität.
Das Projekt erinnert an
Yellow Arrows: In New York (seit April 05 auch in
Deutschland)
kann man sich per Post gelben Kleb-Pfeile schicken lassen. Die Pfeile
haben einen individuellen Zeichencode aufgedruckt, zu dem man per
Internet einen Kommentar verfassen kann. Passanten, die an einem gelben
Pfeil vorbeikommen, schicken den Zeichencode per SMS an eine Nummer und
erhalten dafür - ebenfalls per SMS - die kurze Beschreibung zugeschickt.
Während die Interaktionsmöglichkeiten mit dem Raum und seinen Benutzern
bei Yellow Arrows noch minimal sind, geht dencity.net mit der
Möglichkeit, Einträge Kommentare anzubringen immerhin einen Schritt
weiter. Aber das Ganze ist doch noch recht schwerfällig und
umständlich.
Am weitesten geht das Projekt
Urban Tapestries
in London. Allerdings ist (oder vielmehr war - das Projekt ist
abgeschlossen) hier auch die Technik relativ anspruchsvoll, arbeitete
man doch mit einer Kombination aus Handy und GPS.
Die drei Beispiel zeigen - so bin ich überzeugt -, dass die Verknüpfung von Stadt und Web weiter ein Thema sein wird.
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