Publiziert am 04 Sep '05 - um 22:53 unter den Stichworten:
Medien
Die Diskussion, in wie fern Bürger- oder Citizen-Journalismus
vergleichbar sei mit professionellem Jorunalismus, dreht sich in erster
Linie um Fragen der Qualität: Verpflichten sich Bürger-Jorunalisten der
Öffentlichkeit oder dienen sie verdeckten Partikularinteressen? Wie
schnell können sie über ein Ereignis berichten? Klären sie ihre
Gesprächsparter über ihre (Doppel-)Rolle auf? Diese Fragen sind
berechtigt. Ob all der Besorgnis um Professionalität und Berufsethik
geht jedoch vergessen, dass Bürgerjournalisten möglicherweise schlicht
tun, was gewöhnliche Bürger immer getan haben: sie erzählen Geschichten
oder eben Klatsch.
"Let's forget about citizen journalism" - so überschreibt Neil McIntosh, Editor bei
Guardian Unlimited einen
Beitrag auf seinem privaten
Blog.
I think it's time to stop calling citizen journalism...
well, citizen journalism. [...] Let's stop trying to make members of
the public go to work like paid journalists. [...] Let's, instead,
alight on a model of citizen storytelling. [...] What blogs, and
picture phones, and other "me media" do is bring
everyday storytelling to the web. They're mainly personal stories,
being published - yes - for an audience, but an audience that we think
we know very well.
Mit den Erzählungen, Bildern, Filmen, die immer mehr Menschen ins
Internet stellen, setzen diese Bürger fort, was sie schon immer getan
haben: sie erzählen Geschichten, nur dass sie dazu halt eben neue
Technologien einsetzen. Klagen, dass Bürgerjournalisten den Standards
professioneller Journalisten nicht gleich kommen - und beispielsweise
kurz nach den versuchten 2. Bombenanschlägen vom 21. Juli 05 in London
auf
Technorati nicht präsent waren, sind darum verfehlt. Was es stattdessen braucht, so McIntosh weiter ist
... training professional journalists who know how to tap
into the web's emerging storytelling culture to get new stories, and
improve on the ones they've always written.
That's where the revolution will lie - not in "citizen journalists" overthrowing the professionals.
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