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+ 30 - 32 | Video, quo vadis?

Publiziert am 29 Jan '06 - um 01:15 unter den Stichworten: Medien, Technologie
Wer schaut sich auf dem gerade mal fünf auf vier Zentimeter grossen Bildschirm eines Video-iPods Filmchen aus dem Internet an? und was für welche wären das? Auf den Ort kommt es an! lautet die Antwort.
Gestellt hat die Frage Mark Glaser, und zwar den Lesern seines neuen Blogs Mediashift (Glaser schrieb bis Ende 2005 für die Online Journalism Reveiw): "What kind of video would you watch on a small portable screen"? Natürlich ist man mit Video und Internet schnell mal bei einem Thema, das die Kommentatorinnen und Kommentatoren allerdings fast eine Woche lang (schamvoll?) verschwiegen haben:

ok, let's get real. the biggest seller for video on an ipod is going to be porn. like everything else on the net, it will be driven initially by porn. not me though... ;)

Nun, Glaser ist an der Frage dran geblieben und hat die Antworten zusammengefasst. Sein Fazit:

It’s Situational (und er hat dabei bestimmt keine schmutzigen Gedanken gehabt).

Gezielt hat Glaser vielmehr auf den Kommentar von Chris McQueen, der sich, eingeklemmt in einer endlosen Schlange am Flughafen vermutlich anschauen würde was auch immer er kriegen kann:

I find people obsess with form & function, but often fail to account for situation. The example here is 'What kind of video would I watch on a small screen?' I ask, 'Where am I?'
If I'm in an endless line at the airport, I'll probably watch whatever I can. If I'm in the living room at home, I'm going to be more critical of the material.

Ein schlichtes und überzeugendes Beispiel für den Einfluss des räumlichen Kontexts auf den Umgang mit einem Medium, in diesem Fall mit Video.

Ganz allgemein gilt das Internet als "kaltes" Medium - im Gegensatz etwa zum Fernsehen. Die kühle Ausstrahlung ist - zum Teil jedenfalls - "situational", sie hat mit der Umgebung zu tun. Der Internetzugang bedarf einer Büromaschine, des PCs, der "Surfer" sitzt (welch unpassendes Bild) mehr oder weniger aufrecht, meist an einem Schreibtisch.

Ganz anders das "heisse" Fernsehen: Hier lehnt sich die Zuschauerin gemütlich zurück, es wird geknabbert und genascht, die Fernbedienung liegt ergonomisch in der Hand.

Allerdings dürfte dieses Temperaturgefälle bald Geschichte sein:

Zunächst ist das Internet kaum mehr ein "Medium" mit einem klar umrissenen Format. Man kann heute per Internet Zeitung lesen, Radio hören oder fernsehen. Das ist zwar meist noch etwas umständlicher, als wenn man die generischen Endgeräte benutzt, aber das wird sich in absehbarer Zukunft wohl verändern.

Der zweite Grund ist die Grösse der Geräte. Ähnlich wie eine Zeitung oder ein Radio kann man iPods oder Smartphones überall hin mitnehmen. Und das ist natürlich "heiss".


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