Als Dan Gillmor die ersten Kapitel seines Buches über «Grassroots"-Journalismus geschrieben hatte, stellte er die Entwürfe gleich ins Netz, verbunden mit der Einladung, die Texte zu verbessern und zu kommentieren.
In «We the Media» beschreibt Gillmor, wie Medienkonsumenten dank Blogs, Email, MMS, etc. selbst zu Produzenten werden. Und darum liess er die Konsumenten seines Buches noch im Entstehungsprozess mitdenken und mitschreiben.
Konsequent in die gleiche Richtung geht nun der Radiojournalist Tod Maffin vom kanadischen Sender CBC. Für seine nächste Sendung über Technik-Trends vom 31.Januar 2005 hat er ein Interview mit Gillmor geführt - und dieses mit der Bitte um Kommentare völlig unbearbeitet ins Netz gestellt. Thema des Beitrags ist die Open-Source-Bewegung, speziell im Bereich Bücher und Musik. Zu den Vorteilen dieses Vorgehens befragt, meint Gillmor über seine eigene Erfahrung, dass sehr wohl tiefschürfende Kritik und Kommentare eingegangen seien, aber auch Hinweise auf kleine Tippfehler wie den fehlenden Bindestrichs in einer URL.
Als Zaungast bin ich sowohl neugierig als auch skeptisch. Ein Text gewinnt zweifellos, wenn er von einer zweiten, einem dritten oder gar vielen, sehr vielen Leserinnen und Lesern nochmals aus verscheidensten Perspektiven durchdacht wird. Allerdings gilt wohl auch hier: zu viele Köche...