Publiziert am 25 Jul '05 - um 00:00 unter den Stichworten:
Raum, Technologie, Umwelt
Ein Artikel im San Francisco Chronicle lädt ein, den ehemals trendigen, heute schon wieder angestaubt wirkenden Begriff der
Telearbeit
in die Diskussion zurück zu holen. Die Hoffnungen, mit Telearbeit und
papierlosem Büro könnte liessen sich Mobilität und Ressourcenverbrauch
reduzieren, verkehren sich wohl eher in ihr Gegenteil.
Unter Telearbeit stellte man sich gemeinhin Arbeit im trauten Heim vor.
Doch dieses Bild wandelt sich. Telearbeit heiss immer mehr Arbeit von
einem beliebigen Ort aus: im Büro eines Kunden, im Kaffee, der
Flughafenhalle oder im Pendlerzug. Möglich wird dies dank einer
weiteren Entwicklung: dem papierlosen Büro. Sowohl Telearbeit als auch
das papierlose Büro waren vor einigen Jahren grosse Schlagworte - heute
erscheinen die Prophezeiungen übertrieben.
Das liegt vielleicht an einer falschen Überlegung. Man dachte nämlich,
Telearbeit würde die Mobilität reduzieren und das papierlose Büro den
Papierverbrauch drosseln. Doch beides ist falsch.
Der
San Francisco Chronicle vom 18. Juli 2005
stellt uns Allison Baker vor, Projektleiterin bei Sun Microsystems. Ihr
Pult ist "übersichtlich wie die weite, offene Prärie". Aus einem
einfachen Grund: Wie 13'900 ihrer ArbeitskollegInnen hat sie kein
eigenes Pult mehr, sondern schlägt dort ihre Zelte auf, wo sie gerade
Sitzungen hat: in San Francisco, Menlo Park, Santa Clara oder in
Newark. "I'm very location neutral", sagt sie von sich selbst.
Sun nennt dieses mobile Arbeitsprogramm trendig iWork. Und wie der iPod
und das mp3-Format Musik mobil machen, so wird auch Telearbeit die
Mobilität eher befördern als sie überflüssig zu machen. Und was den
Papierverbrauch angeht, so wandern die Stapel heute einfach rascher im
Papierkorb - wenn sie denn überhaupt beim Drucker abgholt werden.
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